Ein Anruf, der ins Leere läuft, ist für viele Unternehmen einer der teuersten Momente im Tagesgeschäft. Genau hier setzt Samuel Junas an. Mit Sales Pro und seinem KI-Telefonagenten Smartcall hat er sich darauf spezialisiert, Agenturen und Tech-Unternehmen dabei zu unterstützen, mehr Termine und Kunden zu gewinnen, ganz ohne dass ein einziger Anruf unbeantwortet bleibt. Im Interview erklärt der Gründer, wie die Idee zu Smartcall entstand, wo KI-Telefonagenten ihre Stärken ausspielen, welche Bedenken Geschäftsführer typischerweise haben und wohin sich die Technologie in den kommenden Jahren entwickeln wird.
Vom Vertriebsalltag zur eigenen Lösung
Bevor Samuel Junas Smartcall gründete, war er selbst im Vertrieb tätig und hat für Unternehmen aktiv neue Kunden gewonnen. Dabei stieß er immer wieder auf dasselbe Problem: die Erreichbarkeit. Gerade in Branchen wie dem Handwerk gehen täglich Anrufe verloren, weil niemand abnimmt oder Mitarbeitende im Tagesgeschäft gebunden sind. Gleichzeitig erwarten Interessenten heute schnelle Reaktionszeiten. Wer nicht erreichbar ist, verliert potenzielle Kunden häufig direkt an die Konkurrenz, oft ohne es überhaupt zu merken.
Genau aus diesem wiederkehrenden Problem heraus entstand die Idee für Smartcall. Samuel Junas wollte eine Lösung schaffen, die rund um die Uhr erreichbar ist, eingehende Anfragen qualifiziert und Unternehmen dabei hilft, keine Chancen mehr ungenutzt zu lassen. Künstliche Intelligenz bietet aus seiner Sicht heute genau die technologische Reife, um dieses klassische Vertriebsproblem effizient zu lösen, ohne dass Unternehmen dafür ihre Teams aufstocken müssen.
Für welche Unternehmen sich ein KI-Telefonagent lohnt
Nicht jedes Unternehmen profitiert gleich stark von einem KI-Telefonagenten, das macht Samuel Junas im Interview deutlich. Besonders sinnvoll sei der Einsatz für Unternehmen mit hohem Anrufaufkommen oder begrenzten personellen Ressourcen. Dazu zählt er ausdrücklich Handwerksbetriebe, Dienstleister, Agenturen und alle Unternehmen, die viele eingehende Anfragen gleichzeitig bearbeiten müssen.
Die größte Stärke der Technologie liegt für ihn darin, dass tatsächlich jeder Anruf entgegengenommen wird und Interessenten sofort eine Antwort erhalten, unabhängig von Uhrzeit oder Auslastung des Teams. Grenzen sieht Samuel Junas dort, wo hochkomplexe Beratungen oder sehr individuelle Verkaufsgespräche notwendig sind. Künstliche Intelligenz könne hier viel übernehmen, ersetze aber nicht in jeder Situation den persönlichen Experten. Deshalb verstehen er und sein Team ihre Lösung bewusst als Ergänzung zum bestehenden Vertriebsteam und nicht als vollständigen Ersatz für menschliche Beratung.
Die häufigsten Vorbehalte gegenüber KI am Telefon
Viele Geschäftsführer reagieren zunächst skeptisch, wenn es um den Einsatz von künstlicher Intelligenz am Telefon geht. Die häufigsten Bedenken, die Samuel Junas in Gesprächen begegnen, drehen sich um fehlende Persönlichkeit, mangelnde Gesprächsqualität und die Sorge, dass Kunden negativ auf eine KI-Stimme reagieren könnten.
Seine Erfahrung zeigt jedoch ein anderes Bild. Kunden möchten in erster Linie schnell Hilfe bekommen. Wenn ein Anruf professionell angenommen wird und die gewünschte Information geliefert wird, spielt es für die meisten Anrufenden eine untergeordnete Rolle, ob am anderen Ende ein Mensch oder ein KI-Agent sitzt. Hinzu kommt, dass sich die Technologie in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat. Moderne Sprachmodelle ermöglichen heute sehr natürliche Gespräche, die für viele Anwendungsfälle vollkommen ausreichend sind und sich im Tonfall kaum noch von einem menschlichen Gesprächspartner unterscheiden.
KI-Setter im Vergleich zum klassischen Call-Center-Mitarbeiter
Auf die Frage, wie sich ein KI-Setter konkret von einem klassischen Call-Center-Mitarbeiter unterscheidet, vor allem in Bezug auf Terminqualität und Abschlussraten, antwortet Samuel Junas mit Verweis auf Verfügbarkeit und Skalierbarkeit. Ein KI-Setter wird nicht müde, ist jederzeit erreichbar und kann theoretisch unbegrenzt viele Gespräche parallel führen. Gleichzeitig arbeitet er nach klar definierten Prozessen und stellt sicher, dass jede Anfrage nach denselben Qualitätsstandards bearbeitet wird, unabhängig von Tagesform oder Auslastung.
Die Terminqualität selbst hänge dabei weniger von der Technologie als von der Strategie, den hinterlegten Gesprächsabläufen und der Qualifizierung der Anfragen ab. Wird ein KI-Agent richtig aufgebaut, könne er eine sehr hohe Qualität liefern und Vertriebsmitarbeitende deutlich entlasten, weil diese sich dann auf die Gespräche konzentrieren können, die wirklich ihre persönliche Expertise erfordern.
Warum die Anbindung an CRM und Vertriebsprozesse entscheidend ist
Ein KI-Telefonagent entfaltet seinen vollen Nutzen aus Sicht von Samuel Junas erst dann, wenn er tief in bestehende Unternehmensprozesse integriert wird. Termine sollten automatisch im Kalender landen, Kundendaten direkt ins CRM übertragen werden und relevante Informationen für den Vertrieb sofort verfügbar sein. Genau diese Anbindung sei eine sehr große, oft unterschätzte Stellschraube beim Start mit Smartcall.
Dadurch entstehen für die Unternehmen keine zusätzlichen Arbeitsschritte, sondern echte Automatisierung im eigentlichen Sinne. Statt dass Mitarbeitende Informationen händisch nachpflegen müssen, läuft der gesamte Prozess von der Anfrage bis zum Termin im Kalender durch, ohne dass jemand manuell eingreifen muss.
Wohin sich KI-Telefonagenten in den nächsten Jahren entwickeln
Mit Blick auf die Zukunft ist sich Samuel Junas sicher: KI-Telefonagenten werden in wenigen Jahren für viele Unternehmen so selbstverständlich sein wie heute eine Website oder ein CRM-System. Die Gespräche würden zunehmend natürlicher, die Systeme würden immer besser verstehen, was Kunden wirklich wollen, und Unternehmen würden Schritt für Schritt mehr Standardprozesse automatisieren.
Aus seiner Sicht stehen Unternehmen und Anbieter bei dieser Entwicklung noch sehr am Anfang. Die heute verfügbare Technologie sei bereits leistungsfähig genug für den produktiven Einsatz, das eigentliche Potenzial werde aber erst in den kommenden Jahren vollständig ausgeschöpft, wenn Sprachmodelle, Prozessanbindung und Branchenwissen noch enger zusammenwachsen.
Sein Rat an Agenturen und Tech-Unternehmen
Agenturen und Tech-Unternehmen, die aktuell überlegen, ihre Kundengewinnung stärker zu automatisieren, rät Samuel Junas, frühzeitig praktische Erfahrungen zu sammeln. Viele Unternehmen würden noch darüber diskutieren, ob KI überhaupt eingesetzt werden sollte, während erfolgreiche Unternehmen längst konkrete Anwendungsfälle testen und daraus lernen.
Automatisierung sollte dabei nie Selbstzweck sein, betont er. Entscheidend sei, ein reales Problem zu lösen und dem Kunden einen besseren Service zu bieten. Genau deshalb beschäftigt er sich mit KI-Telefonagenten, weil er überzeugt ist, dass Unternehmen dadurch mehr Anfragen bearbeiten, schneller reagieren und langfristig mehr Kunden gewinnen können. Wer die Entwicklung heute verstehe und nutze, werde in den kommenden Jahren einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern haben, die weiterhin auf rein menschliche Erreichbarkeit setzen.
Fazit
Das Gespräch mit Samuel Junas zeigt, wie konkret der Nutzen von KI-Telefonagenten im Vertriebsalltag inzwischen geworden ist. Statt verlorener Anrufe und liegen gelassener Chancen setzen Unternehmen zunehmend auf Systeme, die rund um die Uhr erreichbar sind und Anfragen sauber in bestehende Prozesse einspeisen. Für Agenturen und Tech-Unternehmen, die ihre Kundengewinnung skalieren wollen, liefert das Interview einen praxisnahen Einblick, worauf es bei der Einführung solcher Lösungen wirklich ankommt.




